Zu Besuch bei Architekt Armin in Oberlech
Am Freitag fahre ich nach der Arbeit von Zürich nach Gstaad, meine Freunde vom Club de Navidad und ich gehen voraussichtlich das letzte Mal zu Thierry ins Chlöschterli, uns erwartet eine regelrechte ,Ustrinkete‘. Im Nachhinein kann ich definitiv bestätigen, dass es sich um eine ,Ustrinkete‘ gehandelt hat, ich kann mir nicht vorstellen, dass noch etwas übrig ist in Thierry‘s Keller… Mit einem Kopfdurchmesser von mindestens 65cm stehe ich um 7h auf, dusche kühl, mein Kopf durchmisst noch gefühlte 50cm, und verlasse die von Thierry organisierte einfache und sehr zweckmässige Wohnung Richtung Oberlech. Meine Club-Freunde liegen noch im Koma, Mäsi kann kurz ein Auge öffnen und mich mit einem Fingerzeig wortlos verabschieden, ich winke mit dem rechten Zeigefinger zurück.
Zwei Doppio mit Kafferahm im Schoggi-Chübeli und 2 Spiegelei und Speck im Simmental bringen mich wieder auf Flughöhe, ich kann jetzt die Fahrt über Brünig nach Oberlech geniessen und frage mich zig-mal, was sich Armin für ein Konzept für das Chalet ausgedacht hat. Einen Hinweis mit der ,Innenhof-Situation‘ hat er mir ja bereits gegeben, aber ich kann mir beim besten Willen nichts darunter vorstellen, die Stunden vergehen so rasch. Kurzer Abstecher zuhause und gleich weiter, 10 Minuten Boxenstop in Pfäffikon beim Döner-Stand. Um 14h komme ich in Oberlech auf 1800m an, die Aussicht und Natur ist spektakulär, Armin‘s Haus ist unglaublich. Wir essen ein riesiges Wiener Schnitzel mit Pommes Frites und dazu ein dunkles Tiroler Bier, das Leben ist schön.
Wir fahren runter nach Lech und besuchen die Chalets Chaleureux die demnächst bezugsbereit sind. Würde mir eines der Chalets zum Kauf oder Miete angeboten, ich glaube nicht dass ich widerstehen könnte. Das Erlebnis beginnt bereits in der Garage mit Tageslicht und Holzwand, der Eingangsbereich mit ,Hüsli‘ und inszenierter flexibler Sommer- und Wintergarderobe ist der Hammer. Im Erdgeschoss ist der Schlaf- und Kinderbereich, die Kinder schlafen und spielen auf der sonnigen und spektakulären Südseite, die Eltern auf der Lech-zugewandten Nordseite, die Erwachsenen haben im Schlafzimmer ja die Augen zu, und wenn sie bei ,sportlichen‘ Aktivitäten geöffnet sind (mit oder ohne Licht, ist Geschmacksache), dann sind die Vorhänge vermutlich gezogen und die Aussicht irrelevant… Die Treppen sind auch der Wahnsinn mit vielen Details und Blick nach draussen, im Obergeschoss ist der Wohnbereich, welcher bereits eingerichtet ist. Ich kann kaum glauben was ich sehe. Armin erklärt mir das Konzept und die Umsetzung, ich beginne zu ahnen was mich in Brunni erwartet, wenn ich mich nicht schon längst für Armin und Holzbox entschieden hätte, dann wäre jetzt der Moment gewesen.
Wir fahren wieder nach Oberlech und besuchen das Lama Aparthotel, wir können zwar keine der Wohnungen anschauen, es ist alles ausgebucht, aber auch hier gibts viel zu entdecken.
Bei einer Flasche Rotwein sitzen wir dann am Tisch und Armin zeigt mir die ersten Pläne. Er beginnt mit dem Untergeschoss mit dem Innenhofkonzept, nicht im kühnsten Traum wäre mir so etwas in den Sinn gekommen, ich weiss sofort dass wir das in der Art umsetzen werden. Die Weingrotte im Fels mit Kernbohrungen für die Weinflaschen ist natürlich der Brüller, mir kommt die Heineken Werbung mit dem begehbaren Heineken-Schrank in den Sinn, aber mein Keller ist definitiv kultiger. Wir diskutieren die beiden oberen Geschosse, das Hauptgeschoss wird bis zu 5 Schlafzimmer fassen mit 2 Bädern und einer Sauna. Beidseitig gibts die Möglichkeit ins Freie zu gehen. Auf der Talseite (Richtung Südosten) werden wir einen riesigen Raum mit flexibler Raumabtrennung umsetzen, damit bis zu 3 Kinder komfortabel und mit Wahnsinnsaussicht und super Besonnung Platz finden. Im Dachgeschoss gibts einen grossen Raum mit Küche, Ess- und Wohnbereich sowie einer grossen Terasse. Alles natürlich mit viel Glas und Aussicht auf grossen und kleinen Mythen. Ich glaube insgesamt sind 4 Feuerstellen geplant, 2 alleine im Wohnbereich. DER WAHNSINN 🙂
Am Abend laufen wir hinunter nach Lech, oft über Skipisten an Ratracs vorbei. Wir essen in der Schneggarei, ein Besuch der Website lohnt sich, die Bilder der Architektur und insbesondere der Fassade sind genial, ich überlege mir ob mein Chalet auch so eine Fassade erhalten soll, so etwas habe ich noch nie gesehen. Nach dem Essen zurück mit der Gondel nach Oberlech und einen kleinen Verdauungsspaziergang hoch zum Haus. Wir öffnen noch ein Flasche Rotwein und schauen uns den Horror in Japan an, während der Diskussion (mit während meine ich während!) schläft Armin ein. Ich trinke noch ein zwei Glas und haue mich auch aufs Ohr.
Am Sonntag stehen wir beizeiten auf und fahren gehörig Ski in diesem Superskigebiet, recht früh gibts noch eine Hüttenjause (Kalte Platte) mit Apfelschorle, dann fressen wir wieder Kilometer. Zufrieden kehren wir am Nachmittag zurück und gönnen uns gleich 2 Flaschen Crémant, trotz der Menge spüre ich nicht wirklich eine typische Benebelungswirkung, sollte ich mir Sorgen machen? Liegt vermutlich an meinem Wochenendprogramm, quasi eine kurzfristige Topeichung. Am Abend laufen wir etwas runter und essen einen herrlichen Tafelspitz mit einer feinen Flasche österreichischen Roten (war es ein Blauburgunder? Weiss es nicht mehr 100%ig, wahrscheinlich eine Folge des Wochenendkonsums…).
Nach einer kurzen Nacht stehe ich früh auf, trinke zwei Doppio‘s, bedanke mich für die beiden Tage und fahre in die Nacht nach Zürich. Glücklicherweise werde ich heute nicht besonders gefordert im Geschäft, ich leide noch ein wenig. Jetzt ist Montag Abend kurz vor 21h und ich freue mich auf mein Bett. So long.


spannender als der Dienstag abend Krimi:-)